Wenn die klassische Rotationsschleuder an ihre physikalischen Grenzen stößt — eine modifizierte Hydropresse für Melezitose-, Heide-, Press- und Deckelwachshonig. Inklusive kostenlosem Anwendungskurs.
Susanne Wimmer führt die Melezitoseschleuder am Freitag, 31. Juli, von 13:00 bis 16:00 Uhr vor und beantwortet alle Fragen. Einfach vorbeikommen: Bienenladen in der Pachmayrstraße.
Bei diesen Honigsorten stößt die klassische Rotationsschleuder technisch an ihre Grenzen oder ist gar nicht erst anwendbar. Die Druckextraktion ist hier das technisch passende, in vielen Fällen sogar das einzige praktikable Verfahren — von Problemtrachten über eigenständige Honigkategorien bis hin zur Wertschöpfung aus Entdeckelungswachs.
Kristallisiert sehr rasch in der Wabe aus und wird im imkerlichen Sprachgebrauch häufig als „Zementhonig“ bezeichnet. Konventionelle Schleudern können den verhärtenden Honig nicht mehr aus den Zellen lösen.
Besitzt eine gelartige, thixotrope Struktur. Lässt sich nur unter erheblichem Zeit- und Kraftaufwand aus den Zellen lösen — klassisch wird mit „Stippen“ vorgearbeitet, was Waben mechanisch belastet.
Eigene Honigkategorie nach Honigverordnung — durch Pressen der Waben (mit oder ohne geringer Erwärmung bis max. 45 °C) gewonnen. Die Druckextraktion ist exakt das Verfahren, das diese rechtlich definierte Honigsorte hervorbringt.
Beim Entdeckeln der Honigwaben fallen erhebliche Mengen honighaltigen Wachses an. Mit der Druckextraktion lässt sich der eingeschlossene Honig schonend und ohne Erwärmung gewinnen — zusätzliche Wertschöpfung aus einem Material, das sonst aufwendig nachverarbeitet werden muss.
Die beantragte Anschaffung dient daher nicht dem Ersatz einer vorhandenen Schleuder, sondern der Ergänzung der bestehenden Honiggewinnung um ein spezialisiertes Extraktionssystem für besondere Trachtverhältnisse und eigenständige Honigkategorien.
Edelstahl-Hydropresse, leicht modifiziert für die Honigextraktion — inklusive kostenlosem Onlinekurs mit Susanne Wimmer. Erhältlich im Bienenladen des OÖ Landesverbands.
Rapshonig kristallisiert vielfach bereits in der Wabe und stellt Imker:innen damit vor eine ähnliche Herausforderung wie Melezitose. Praxistests zur Druckextraktion stehen derzeit noch aus.
Die fachliche Erwartung: Mit der Druckextraktion lässt sich Rapshonig auch im ankristallisierten Zustand schonend gewinnen und in einen besonders feinen, cremig strukturierten Honig überführen — ohne die Qualitätseinbußen, die bei klassischen Verfahren auftreten, wenn der Honig in der Wabe bereits zu kristallisieren beginnt.
Die beantragte Anlage kann fachlich als Druckextraktions-Schleuder beschrieben werden. Im Unterschied zur Rotationsschleuder, die mit Zentrifugalkraft arbeitet, nutzt dieses System linearen mechanischen Druck, um Honig aus der Wabenstruktur zu lösen.
Nutzt Zentrifugalkraft: Die Wabe rotiert in einer Trommel, der flüssige Honig wird durch Fliehkraft aus den Zellen geschleudert.
Nutzt linearen Druck: Mechanischer Pressdruck löst auch hochviskose oder ankristallisierte Honige aus der Wabenstruktur.
Beide Geräte verfolgen dasselbe Ziel: die Extraktion von Honig aus der Wabe. Im imkerlichen Zusammenhang bezeichnet der Begriff „Schleuder“ somit nicht ausschließlich ein Gerät mit rotierender Trommel, sondern allgemein ein Gerät zur Honiggewinnung aus der Wabe.
Wenn die Extraktion aufgrund der physikalischen Eigenschaften des Honigs nicht mittels Fliehkraft möglich ist, stellt die Druckextraktion die technisch äquivalente Form der Honiggewinnung dar.
Der Einsatz der Druckextraktion erschließt Honigerträge, die mit konventioneller Technik vollständig oder teilweise verloren gingen.
Der Ablauf wirkt einfach — und ist es im Grunde auch. Entscheidend für ein gutes Ergebnis sind die richtigen Details: welche Waben verwendet werden, wie sie eingelegt sind und wann der Pressvorgang beendet wird.
Verdeckelte Waben werden — ohne vorhergehende Schleuderung — aus dem Rähmchen geschnitten. Der Draht bleibt im Rähmchen zurück.
Die ausgeschnittenen Waben werden lose in die Schleuder gelegt — nicht gestaucht, nicht angedrückt. Das Gerät übernimmt den Druck.
Der Deckel der Schleuder wird fest verschlossen. Damit ist das Gerät betriebsbereit für den Pressvorgang.
Der Pressvorgang dauert weniger als 15 Minuten. Stoppen, sobald kein Honig mehr fließt — länger pressen bringt keinen Mehrertrag.
Übrig bleibt nur eine dünne Wachsschicht, die sich leicht aus dem Gerät entfernen lässt. Die Schleuder ist binnen Augenblicken bereit für den nächsten Durchgang.
Im Honigtopf findet sich nicht mehr Wachs als bei einer klassischen Schleuderung. Das Pressverfahren liefert ein sauberes, marktfähiges Ergebnis.
Zum Einsatz kommt eine leicht modifizierte Hydropresse. Das Gerät selbst ist nur die halbe Lösung — entscheidend für ein gutes Ergebnis ist die richtige Anwendung des Verfahrens.
Wer den Prozess falsch anwendet, riskiert Frust und schlechte Ergebnisse. Die richtige Reihenfolge der Schritte, der passende Druck und die Vorbereitung der Waben sind entscheidend für die Honigqualität — und werden auf den ersten Blick häufig unterschätzt.
Bei jedem Kauf des Geräts ist ein Onlinekurs zur richtigen Anwendung inkludiert. Schritt für Schritt durch das Verfahren — von der Vorbereitung der Waben über die Pressphase bis zur Nachbearbeitung des Honigs.
Schleuder im Bienenladen ansehen →Die Druckextraktions-Schleuder kann auch bereits weit auskristallisierten Melezitosehonig noch teilweise mobilisieren — die Wirtschaftlichkeit nimmt jedoch mit zunehmender Verhärtung deutlich ab. Ist der Honig in der Wabe vollständig weiß und steinhart geworden, sind auch mit diesem Verfahren die Grenzen erreicht.
Der wesentliche Nutzen des Geräts liegt daher in der rechtzeitigen Verarbeitung innerhalb des engen Zeitfensters zwischen beginnender Kristallisation und irreversibler Vollauskristallisation. Genau in diesem kritischen Stadium ist die Druckextraktion der klassischen Schleuder deutlich überlegen und kann erhebliche Ernteverluste verhindern.
Die Anschaffung verbessert die Krisenfestigkeit des Betriebs in Jahren mit starker Melezitosetracht. Die Investition dient damit auch der Sicherung regionaler Wertschöpfung.
nicht oder nicht rechtzeitig gewinnbarer Honig in Oberösterreich allein im starken Melezitosejahr 2024
Größenordnung nach Einschätzung aus der Praxis
Neben der höheren Ausbeute spricht auch die Effizienz für das Gerät: Mit einer Durchlaufzeit von weniger als 20 Minuten pro Vorgang und einer Kapazität von bis zu 80 kg Honig erlaubt die Anlage eine rasche Bearbeitung größerer Problemchargen.
Der Betrieb ist mit etwa 3 bar Wasserdruck zudem vergleichsweise kostengünstig und energieschonend. Für die Nutzung in der Imkerei waren am Grundgerät nur geringfügige Adaptionen erforderlich.
Direkter Vergleich der beiden Extraktionsverfahren entlang der wichtigsten betrieblichen Kriterien.
| Kriterium | Rotationsschleuder | Druckextraktions-Schleuder |
|---|---|---|
| Geeignet für flüssige Honige | ✓ Ja | ✓ Ja, jedoch nicht primärer Einsatz |
| Geeignet für Melezitosehonig | ⚠ Nur sehr eingeschränkt | ✓ Ja, solange noch druckmobilisierbar |
| Geeignet für Heidehonig | ○ Eingeschränkt | ✓ Sehr gut geeignet |
| Erzeugt Presshonig (Honigverordnung) | ⚠ Nicht möglich | ✓ Ja, verfahrensbedingt |
| Honiggewinnung aus Deckelwachs | ⚠ Nicht anwendbar | ✓ Schonend ohne Erwärmung |
| Durchlaufzeit / Leistung | Bei Problemtrachten oft langsam und verlustreich | Unter 20 Minuten pro Vorgang, bis zu 80 kg |
| Energiebedarf | Je nach Gerät elektrischer Antrieb | Betrieb bereits mit ca. 3 bar Wasserdruck möglich |
Die Druckextraktions-Schleuder kann ab August 2027 im Rahmen der Imkereiförderung beantragt werden.
Die Druckextraktions-Schleuder ist als förderfähiges Gerät im Rahmen der Imkereiförderung anerkannt.
Die Förderung kann ab August 2027 im Rahmen der Imkereiförderung beantragt werden.
Die Druckextraktions-Schleuder ist ein Spezialgerät zur Honigextraktion aus Waben — ergänzend zur klassischen Rotationsschleuder. Sie ermöglicht die Gewinnung von Melezitose- und Heidehonig im engen Zeitfenster vor der Vollauskristallisation, von Presshonig als eigenständiger Honigkategorie nach Honigverordnung sowie von Deckelwachshonig aus Entdeckelungswachs.
Das Gerät selbst ist eine leicht modifizierte Hydropresse. Im Lieferumfang enthalten ist ein kostenloser Onlinekurs mit Susanne Wimmer, der durch die richtige Anwendung des Verfahrens führt — denn die Druckextraktion ist nicht selbsterklärend, und ein guter Honig hängt entscheidend vom korrekt ausgeführten Prozess ab.
Im imkerlichen Fachkontext bezeichnet der Begriff „Schleuder" das Gerät zur Extraktion des Honigs aus der Wabe — unabhängig davon, ob die Extraktion über Fliehkraft oder Druck erfolgt. Da bestimmte Honigsorten aufgrund ihrer Kristallisations- oder Struktureigenschaften nicht mittels Zentrifugalkraft extrahiert werden können, stellt die Druckextraktion die technisch äquivalente Methode der Schleuderung für diese Honigformen dar.
Edelstahl-Hydropresse, leicht modifiziert für die Honigextraktion — inklusive kostenlosem Onlinekurs mit Susanne Wimmer. Erhältlich im Bienenladen des OÖ Landesverbands.